Während wir auf den Frühling und die Eröffnung der Vulkanpark-Saison warten, gehen wir diese Woche der Frage nach, was der Geysir im Winter eigentlich so macht.
Wenn die Geysir-Saison am 31. Oktober zu Ende geht, kehrt auf der kleinen Rheinhalbinsel Namedyer Werth erst einmal Ruhe ein. Während der Wintermonate bleibt der Geysir-Brunnen bis zum Beginn der neuen Saison im nächsten Jahr verschlossen. In dieser Zeitspanne wird er nur etwa einmal im Monat für einen Tag geöffnet, um den Geysir ausbrechen zu lassen. Dies dient der Überprüfung, ob der Brunnen in Ordnung und die Regelmäßigkeit in den Ausbrüchen weiterhin gegeben ist.
Während der Sommermonate bricht der höchste Kaltwasser-Geysir der Welt viermal am Tag aus. Etwa alle 2 Stunden steigt eine Wasserfontäne bis zu 60 Meter in den Himmel und wird für die anwesenden Zuschauer zu einem unvergesslichen Naturschauspiel. Kohlenstoffdioxid und Grundwasser bilden den natürlichen Antrieb für den Geysir. Das Gas entweicht aus einer großen Magmakammer in mehreren Kilometern Tiefe unter der Eifel und kommt über Klüfte und Spalten im Gestein nach oben. Trifft es in einigen hundert Metern Tiefe auf Grundwasser, so löst es sich in dem unter Druck stehenden Wasser. Quarzgänge, die das Gestein im Untergrund durchziehen, dienen dem kohlenstoffdioxidhaltigen Wasser als Weg zum Geysir-Brunnen, wo es in den Brunnen strömt und in regelmäßigen Abständen beim Ausbruch des Geysirs für eine fantastische Fontäne aus Wasser und Gas sorgt.
Wenn der Geysir-Brunnen nun für längere Zeit verschlossen bleibt, baut sich in der Röhre ein Gasdruck auf, der immer stärker wird. Er führt dazu, dass die Wassersäule, die ursprünglich bis zum oberen Rand des Brunnens reicht, langsam nach unten gedrückt wird. Zwischen dem Verschluss des Brunnens und der Wassersäule bildet sich ein Gaspolster, das einen maximalen Druck von etwa 10 bar erreicht.
Der Wasserspiegel wird durch den starken Druck des Gaspolsters bis auf 86 Metern Tiefe abgesenkt. In dieser Brunnentiefe beginnen die ersten durchlässigen Filterrohre, die normalerweise im Bereich der Quarzgänge eingebaut sind und dafür sorgen, dass das Wasser in den Brunnen einströmen kann. Durch den Überdruck im Brunnen dreht sich aber das System des Zuflusses in ein System des Abflusses um. Das Gas kann durch die Filterrohre in die Quarzgänge und dann weiter nach außen gelangen. Es dringt unbemerkt über feine Risse im Gestein an die Erdoberfläche und von dort in die Atmosphäre. Durch dieses natürliche Sicherheitsventil steigt der Druck im Brunnen nur auf 10 bar an. Dann stellt sich ein Gleichgewicht ein und der Geysir hält Winterruhe bis zu einem neuen Ausbruch im nächsten Monat.
Der Winterschlaf geht aber bald zu Ende – daher hier schon mal der Termin zum Vormerken: Am 25. März beginnt die Geysir-Saison mit einem bunten Frühlingsmarkt und vielen Aktivitäten in Andernach. Die Geysir-Besucher profitieren an diesem Tag von ermäßigten Eintrittspreisen.




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